Veranstaltung »Betriebe in der Insolvenz fortführen und Haftungsgefahren meistern«

Kurzbeschreibung:

- Aktuelle Praxishinweise und Rechtsprechung aus Sicht der Insolvenzverwaltung und des Insolvenzgerichtes -

Zielgruppe:

Die Veranstaltung richtet sich an alle Rechtsanwälte, Steuerberater und Gläubiger-/Sanierungsberater, die in der Beratung mit Insolvenzverfahren in Berührung kommen oder selbst in Insolvenzverfahren tätig sind und an die Mitarbeiter von Insolvenzverwalter(inne)n.

Beschreibung:

Betriebsfortführung ist die "Königsdisziplin" des Insolvenzverfahrens und durch mit dem "ESUG" nochmals betonte Sanierungsfunktion der Insolvenzordnung geboten. Auch "kleine" Verfahren natürlicher Personen haben häufig Betriebsfortführungskomponenten. Diese Sondersituation im Insolvenzverfahren bedeutet aber zugleich die Anforderung nach höchstmöglicher Vorsicht für Gläubiger und Insolvenzverwalter, denn Betriebsfortführung ist "gefahrgeneigte" Arbeit.

Die Veranstaltung zeigt aus Sicht des Insolvenzverwalters und Insolvenzrichters die notwendigen Schritte im Eröffnungsverfahren zur Stabilisierung der Betriebsfortführung bei gleichzeitiger Haftungsvermeidung auf. Die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzgericht in der problematischen Gemengelage noch nicht vollständiger Erkenntnisse zum Unternehmen und rechtlicher Anforderungen gegenüber Lieferanten und Gläubigern wird mit zahlreichen Praxistipps erläutert.

Die Veranstaltung richtet sich daher an alle Rechtsanwälte, Steuerberater und Gläubiger-/Sanierungsberater, die in der Beratung mit Insolvenzverfahren in Berührung kommen oder selbst in Insolvenzverfahren tätig sind und an die Mitarbeiter von Insolvenzverwalter(inne)n.

Die Veranstaltung erfasst folgende Problemkomplexe:

I. Betriebsfortführung und Vorbereitung der Sanierung an Praxisbeispielen (Bo)
- Überblick: die "Sanierungstools" außerhalb und innerhalb des Insolvenzverfahrens, der kommende präventive Restrukturierungsrahmen (PRR)
1. Betriebsfortführung unter Berücksichtigung bestehender Sicherungsrechte und vertraglicher Probleme
- Ermittlung der aktuellen betrieblichen Situation
- Ermittlung einer Organisationsstruktur unter Insolvenzbedingungen
- Maßnahmen zur Liquiditätssicherung; Revitalisierung des Finanzierungskreislaufs
- Absicherung der (Weiter-)Lieferanten
- vom Umgang mit Aus- und Absonderungsberechtigten
- Kundenbeziehungen

2. Restrukturierung und Vorbereitung der Sanierung
- notwendige Restrukturierungsmaßnahmen
- optionale Maßnahmen
- Erfolgs- und Liquiditätsplanung
- M&A-Prozess
- Immer Dual Track oder mehr ?
- "Sinnvolle" Planperspektive

II. Haftungsvermeidung bei der Betriebsfortführung (FF)
-> Haftungsgefahren im Eröffnungsverfahren
1. Haftungsgefahren des Insolvenzsachverständigen bei der Gutachtenerstellung
2. Der Pflichtenkreis des vorläufigen Sachwalters in der Eigenverwaltung
3. "Aufgezwungene" Betriebsfortführung und Haftungsgefahren bei der Betriebsfortführung
4. Die "ungeplante" Betriebsfortführung als Haftungsgefahr
- Erfolgs- und Liquiditätsplanung (Welche Anforderungen werden an Liquiditäts- und Erfolgsplanungen gestellt?)
- Die Problematik drohender Masseunzulänglichkeit
-> Grundlagen der Fortführungsentscheidung
5. Haftungsvermeidung bei der Erfüllungswahl
6. Exkurs: Haftungsgefahren bei der Nutzung eines "Treuhandkontenmodells"
7. Haftungsvermeidung durch Zusammenarbeit und Absprachen mit dem Insolvenzgericht
- Richtige Einzelermächtigungsbeantragung
- Richtige Einbindung des Gläubigerausschusses
- Richtige Dokumentation von haftungsvermeidenden Erkenntnissen

III. Haftungsvermeidung im eröffneten Verfahren
1. Haftung des Verwalters bei Betriebsfortführung mit Prozessführung
2. Haftung des Verwalters bei Betriebsfortführung mit öffentlich-rechtlicher Pflichtenstellung
3. Haftungsvermeidung bei Freigabe beim selbständigen Natural-Schuldner (§ 35 Abs.2 InsO)

IV. Haftungsvermeidung im Pflichtenkreis des § 60 InsO
1. Falschbefriedigung
2. Unterlassene Massegenerierung
3. Haftungsvermeidung im Umgang mit Aus- und Absonderungsrechten

Die Referenten:

RA Peter-Alexander Borchardt; Fachanwalt f. Insolvenzrecht, Reimer Rechtsanwälte Hamburg
Die Fachschwerpunkte Herrn Borchardt liegt seit nun mehr 25 Jahren auf Sanierungen in und vor der insolvenzrechtlichen Krise.
Veröffentlichungen: Hamburger Kommentar, 7. Auflage; Betriebsfortführung in der Insolvenz, 3. Auflage
Vorträge, Mitgliedschaften u.a.: Mitgliedschaft im VID und NIF; Vorträge zum Thema "Maßnahmen in der Betriebsfortführung" sowie "Haftung von Organen und Gesellschaften in der Unternehmenskrise"

RiAG Frank Frind
RiAG Frank Frind ist seit fast 2 Jahrzehnten als Insolvenzrichter tätig und Mitglied des Vorstandes des Bundesarbeitskreises Insolvenzgerichte (BAKinso e.V.). Er ist Mitherausgeber der Fachzeitschrift ZInsO, Mitautor in drei insolvenzrechtlichen Kommentaren, Mitherausgeber des Handbuches "Betriebsfortführung im Insolvenzverfahren", Verfasser des "Praxishandbuch Privatinsolvenzrecht", und war verschiedentlich Sachverständiger des Rechtsausschusses des Deutschen Bundestages zu insolvenzgesetzlichen Reformen.

Veranstalter:

AGV-Seminare

Hannover

Donnerstag 12.11.2020
09:30 Uhr bis 17:00 Uhr
(6 FAO-Stunden / 6 Vortragsstunden)

Hannover

- der genaue Ort wird vom Veranstalter nachbenannt -
30159 Hannover

Preisgruppen

495,00€ Standardpreis
445,00€ Sonderpreis für den 2. und weitere Teilnehmer einer Kanzlei
zzgl. gesetzl. USt.

Inkl. Seminarunterlagen, Mittagessen und Kaffeepausen.

Alle Informationen beruhen auf Angaben des Veranstalters.

Übersicht

Rechts-
gebiet:
Insolvenz­recht
Ort: Hannover
Datum: Donnerstag 12.11.2020
Zeitraum 09:30 Uhr bis 17:00 Uhr
FAO-Stunden: 6
Vortrags-
stunden:
6
Preis
EUR495,00
EUR445,00
zzgl. gesetzl. USt.
Kostenpflichtig buchen

Dozent

Frind.JPG RiAG Frank Frind
Amtsgericht Hamburg
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