Veranstaltung »Sterbehilfe - zwischen Selbstbestimmung, StrafR und Vorsorge «
Beschreibung:
Online-Seminar, 25. März 2026, 14:00 – 16:00 h
mit RAin Melanie van Luijn, Bielefeld
Juristische Leitplanken für die Beratungspraxis
Die “Sterbehilfe“ berührt den Kern menschlicher Selbstbestimmung – und stellt Juristen vor komplexe rechtliche, ethische und praktische Fragen. Seit dem Freitod der Kessler-Zwillinge ist die öffentliche Debatte neu entfacht: Wie weit reicht das Recht auf ein selbstbestimmtes Sterben? Welche rechtlichen Möglichkeiten bestehen, wo verlaufen die Grenzen? Im Erbrecht erwarten Mandanten eine rechtssichere Gestaltung von Patientenverfügungen und Vorsorge-vollmachten sowie verlässliche Orientierung in hochsensiblen Grenzbereichen: Was ist in Deutschland erlaubt? Wie ist die aktuelle Entwicklung rund um den assistierten Suizid einzuordnen? Welche Folgen hat das Urteil des BVerfG von 2020 in der täglichen Beratungspraxis? Und welche Risiken bestehen, wenn ärztliche Anordnungen oder der in der Patientenverfügung niedergelegte Wille nicht umgesetzt werden?
Das Seminar bietet eine umfassende Auseinandersetzung mit diesen Fragen. Neben der deutschen Rechtslage wer-den internationale Modelle beleuchtet – von der Sterbeverfügung in Österreich über die Praxis der Suizidhilfe in der Schweiz bis hin zu den BeNeLux-Ländern mit gesetzlich geregelter aktiver Sterbehilfe. Dabei steht im Fokus, welche Optionen realistisch bestehen, welche rechtlichen Hürden zu beachten sind und welche Konsequenzen sich für deutsche Mandantinnen und Mandanten ergeben können. Betrachtet werden typische Konfliktlagen der Praxis: Durchsetzung des Patientenwillens gegenüber Ärzten und Einrichtungen, die rechtliche Zulässigkeit einer Verbringung ins Ausland zum Zweck der Lebensbeendigung sowie die Kosten einer professionellen Sterbehilfe. Abgerundet wird das Seminar durch einen Überblick über die maßgebliche Rsprg und Handlungsempfehlungen für die Beratung in sensiblen Grenzbereichen. Daneben richtet die Referentin den Blick auf die menschliche Dimension des Themas.
Gliederung:
1. Einstieg: Der Fall Kessler – Selbstbestimmung am Lebensende
2. Rechtslage in Deutschland – Status quo
2.1 Strafrechtliche Einordnung
2.2 Das BVerfG-Urteil vom 26.02.2020
2.3 Aktuelle Gesetzeslage (Stand heute)
3. Assistierter Suizid –Entwicklungen und offene Fragen
4. Patientenverfügung und Vorsorge – was ist möglich?
4.1 Reichweite der Patientenverfügung
4.2 Was nicht geregelt werden kann
4.3 Konfliktfälle in der Praxis
5. Aufenthaltsbestimmung & Sterbehilfe im Ausland
6. Blick ins Ausland – Rechtsvergleich
6.1 Österreich
6.2 Schweiz
6.3 Länder mit aktiver Sterbehilfe
6.4 Internationale Haftungsfragen
7. Kosten der Sterbehilfe – Realität vs. Erwartung
8. Rechtsprechung zur Sterbehilfe – Überblick
9. Beratungspraxis: Was RAe wirklich wissen müssen
10. Abschluss & Diskussion
RAin Melanie van Luijn ist seit 2004 RAin und von Anfang an spezialisiert auf das Erbrecht und Vorsorge. TEP (Nachlassplanerin im englischsprachigen Raum), Mediatorin, Supervisorin, Dozentin, Trainerin.
Referent/in:
Veranstalter:
Übersicht
| Rechts- gebiet: |
Erbrecht, Strafrecht | ||
| Ort: | online | ||
| Datum: | Mittwoch 25.03.2026 | ||
| Zeitraum | 14 - 16 Uhr | ||
| FAO-Stunden: | 2 | ||
| Vortrags- stunden: |
2 | ||
| Preis |
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